Ngày tàn của nước Mỹ

Ein Gedanke zu “Ngày tàn của nước Mỹ”

  1. **An KIM THEM DO – eine notwendige Faktenprüfung zu „Der Untergang Amerikas“**

    Ihre Überschrift „Der Untergang Amerikas“ ist rhetorisch stark – historisch und wissenschaftlich ist sie jedoch zu absolut\. Joseph E\. Stiglitz beschreibt in seinem aktuellen Beitrag vom 2\. September 2026 einen möglichen beschleunigten **relativen Machtverlust der USA** und eine zunehmende Multipolarität\. Das ist eine ernstzunehmende These, aber noch kein empirisch bewiesener „Untergang“\. ([Project Syndicate](https://www.project-syndicate.org/commentary/trump-bessent-hastening-american-decline-by-joseph-e-stiglitz-2026-09?utm_source=chatgpt.com))

    **1\. Wirtschaftliche Macht ist relativ – aber nicht verschwunden\.**
    Die Weltbank weist für 2025 ein BIP nach Kaufkraftparität von rund **41,3 Billionen US\-Dollar für China** und **30,8 Billionen für die USA** aus\. China besitzt damit bei dieser Messgröße ein größeres wirtschaftliches Gewicht\. Daraus folgt aber nicht, dass die amerikanische Wirtschaft „zusammenbricht“\. Die USA bleiben eine der beiden größten Volkswirtschaften der Welt\. ([DataBank](https://databank.worldbank.org/reports.aspx?country=USA%2CCHN&series=NY.GDP.MKTP.PP.CD&source=2&utm_source=chatgpt.com))

    Mathematisch ist der Unterschied entscheidend:

    **„relativer Anteil sinkt“ ≠ „absolute Macht verschwindet“\.**

    Ein Akteur kann von 30 % auf 15 % des globalen Anteils fallen und gleichzeitig absolut wachsen\. Die korrekte Beschreibung wäre daher eher **Machtverschiebung und Diversifizierung** als „Untergang“\.

    **2\. China ist ein wirtschaftlicher Gegenpol – aber ebenfalls kein allmächtiger Ersatz\.**
    Auch China ist von globalen Märkten, Technologie, Energie\- und Absatzmärkten abhängig\. Eine multipolare Welt bedeutet deshalb nicht einfach, dass Washington durch Peking ersetzt wird\. Eine solche Interpretation würde lediglich die bisherige Hegemoniallogik spiegeln\.

    **3\. Sanktionen sind völkerrechtlich differenziert zu beurteilen\.**
    Stiglitz kritisiert die amerikanische Sanktionspolitik gegenüber Staaten, die weiterhin mit Iran handeln\. Juristisch darf man dabei nicht den Eindruck erwecken, jede einseitige US\-Sanktion sei automatisch eine Verletzung des Völkerrechts\. Der UN\-Sicherheitsrat kann nach Art\. 41 UN\-Charta verbindliche nichtmilitärische Maßnahmen beschließen, darunter wirtschaftliche Unterbrechungen\. Ob und unter welchen Voraussetzungen **einseitige extraterritoriale Sanktionen** völkerrechtlich zulässig sind, ist dagegen eine wesentlich komplexere Frage\. ([Vereinte Nationen](https://www.un.org/en/about-us/un-charter/full-text?utm_source=chatgpt.com))

    **4\. Auch die Iran\-Frage verlangt mehr als politische Schlagworte\.**
    Die Aussage, Washington könne Iran einfach wirtschaftlich „isolieren“, unterschätzt die ökonomische Vernetzung der Welt\. Der aktuelle Beitrag von Simon Johnson und Amir Kermani weist ebenfalls darauf hin, dass eine dauerhafte Lösung ohne Einbeziehung Chinas – Irans wichtigstem Handelspartner – kaum realistisch sei\. ([Project Syndicate](https://www.project-syndicate.org/commentary/china-and-middle-east-integration-keys-to-lasting-regional-peace-by-simon-johnson-and-amir-kermani-2026-09?utm_source=chatgpt.com))

    Aber ebenso wäre es falsch, daraus automatisch einen amerikanischen Machtverlust abzuleiten\. **Verhandlungsmacht ist keine Nullsummenrechnung\.**

    **5\. Kanada, Europa und der Globalen Süden:**
    Wenn Staaten ihre Handels\-, Energie\-, Technologie\- und Sicherheitsbeziehungen diversifizieren, ist das ein Zeichen einer sich verändernden internationalen Ordnung\. Daraus folgt jedoch nicht zwangsläufig, dass sie sich gegen die USA wenden\. Bündnisse können sich verändern, ohne vollständig zu zerbrechen\.

    Die eigentliche Lehre lautet daher:

    **Eine Welt, in der niemand dauerhaft alle Karten besitzt, ist nicht automatisch eine bessere Welt – aber sie kann eine ausgewogenere Welt werden, wenn Macht durch Recht begrenzt wird\.**

    Hier liegt meines Erachtens der wichtigste Punkt Ihrer Veröffentlichung: Nicht die Frage **„Wer ersetzt Amerika?“** sollte im Zentrum stehen, sondern:

    **Welche internationale Ordnung verhindert, dass irgendeine Großmacht – Washington, Peking, Moskau oder eine andere – ihre wirtschaftliche, militärische oder technologische Stärke über das Recht stellt?**

    Die UN\-Charta beginnt mit der souveränen Gleichheit der Staaten und verpflichtet sie zur friedlichen Streitbeilegung\. Art\. 2 Abs\. 4 setzt der Gewaltanwendung eine zentrale rechtliche Grenze\. ([Vereinte Nationen](https://www.un.org/en/about-us/un-charter/full-text?utm_source=chatgpt.com))

    Auch ethisch ist deshalb Vorsicht geboten\. Der vermeintliche „Untergang“ des Gegners darf niemals zum politischen Wunschziel werden\. **Menschen leben in Staaten; sie sind nicht identisch mit deren Regierungen\.** Amerikaner, Chinesen, Iraner, Europäer und Russen besitzen dieselbe menschliche Würde – unabhängig davon, welche Regierung gerade Macht ausübt\.

    Philosophisch könnte man es so formulieren:

    **Nicht der Niedergang Amerikas ist der Fortschritt der Welt\. Fortschritt wäre eine Welt, in der keine Nation ihren eigenen Aufstieg auf die Erniedrigung anderer gründen muss\.**

    Und religiös erinnert uns bereits die jüdische Weisheitsliteratur daran:
    **„Hochmut kommt vor dem Fall“ (Sprüche 16,18)\.**
    Diese Warnung gilt allerdings nicht nur Washington – sie gilt **jeder** Großmacht\.

    Deshalb sollten wir weder den amerikanischen Hegemonialanspruch verklären noch seinen „Untergang“ feiern\. Die verantwortungsvollere Perspektive lautet:

    **Vom unipolaren Machtdenken zur multipolaren Rechtsordnung – nicht vom amerikanischen zum chinesischen Hegemonialismus\.**

    Das wäre tatsächlich ein Fortschritt für Frieden, Menschenwürde und internationale Gerechtigkeit\.

    **Quellen:** Joseph E\. Stiglitz, *American Götterdämmerung*, Project Syndicate, 2\.9\.2026; World Bank, *World Development Indicators*; United Nations, *Charter of the United Nations*, Art\. 1–2 und 41; Simon Johnson/Amir Kermani, *How Will the US\-Iran War End?*, Project Syndicate, 3\.9\.2026\.

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