Kim Them Do

Tech-Milliardär Elon Musk kündigte kürzlich die Gründung der „America Party“ an, um mit der Republikanischen Partei des Präsidenten Donald Trump zu konkurrieren, obwohl die Erfolgsaussichten dieser Initiative noch recht gering sind.
Appell zum Unabhängigkeitstag
Am 4. Juli – dem US-Unabhängigkeitstag – fragte Musk die Nutzer der X-Plattform (ehemals Twitter), ob sie sich eine neue politische Partei wünschen. Die Ergebnisse zeigen, dass 65% der Umfrageteilnehmer diese Idee unterstützen. Obwohl sich die Umfrage nicht nur auf amerikanische Bürger beschränkt, sieht Musk dies als Bestätigung und erklärt schnell die Gründung der „America Party“.
Die Ziele von Party America
Auf der X-Plattform schrieb Musk, dass das Ziel der Partei darin bestehe, dem amerikanischen Volk „die Freiheit zurückzugeben“, vor dem Hintergrund, dass das Land aufgrund von Verschwendung, Bestechung und einem politischen System, das von einer „einzigen Partei“ dominiert wird, „in Konkurs“ ist, was nicht den wahren Geist der Demokratie widerspiegelt.
Er forderte die Vereinigten Staaten auf, liberalere Denkmodelle zu verfolgen, die Rolle der Regierung, insbesondere im Verteidigungssektor, einzuschränken, die Steuern auf ein Maximum zu senken und die Aufhebung der rechtlichen und finanziellen protektionistischen Politik für benachteiligte Bevölkerungsgruppen oder die Umwelt in Betracht zu ziehen, was umstrittene Ideen sind.
Musk betonte den Einfluss von Denkern wie Ayn Rand und Tech-Milliardären wie Peter Thiel, die mehr Wert auf persönliche Leistung und Verantwortung und Innovationsgeist legen als auf politisches Kalkül. Trotz ihres Einflusses ist es jedoch unwahrscheinlich, dass diese Ansichten eine Mehrheit in der amerikanischen Gesellschaft finden werden.
Im Wettbewerb mit Trump
Musk konfrontierte die Republikanische Partei unter Trumps Führung offen, obwohl er selbst nicht für das Präsidentenamt kandidieren konnte, weil er in Südafrika geboren wurde. Musk hat jedoch damit gedroht, Oppositionskandidaten zu unterstützen, um Abgeordnete zu stürzen, die Trumps Steuer- und Ausgabenpaket bei den nächsten Zwischenwahlen unterstützen.
Auch auf Trumps Seite blieb er nicht stehen: Der US-Präsident warnte, er werde die staatlichen Subventionen für Tesla und andere Musk-Unternehmen überdenken, sollte Musk sich weiter dagegen wehren.
Die Erfolgschancen der America’s Party
Das politische System der USA wurde lange Zeit von zwei großen Parteien dominiert – den Republikanern und den Demokraten. Obwohl Gallup-Umfragen 2024 zeigen, dass mehr als 60 % der Menschen eine starke dritte Partei wollen, sind kleinere Parteien wie die Grünen, die Liberalen oder die Verfassungspartei in einigen Bundesstaaten noch begrenzt aktiv und haben aufgrund des Wahlsystems der „relativen Mehrheit“ fast keine Chance, auf Bundesebene zu gewinnen.
Der „Winner-takes-all“-Mechanismus bei der Verteilung der Wahlmännerstimmen macht es für Kandidaten kleiner Parteien sehr schwierig, an die Macht zu kommen, weil sie keine Wahlmännerstimmen erhalten, wenn sie nur den zweiten Platz belegen.
Darüber hinaus sind auch strenge Vorschriften zu den Bedingungen für den Lauf und die Auflage einer Mindestanzahl von Unterstützern große Barrieren. Die Wahlkampffinanzierung, die stark auf private Spenden angewiesen ist, macht es für kleinere Parteien noch schwieriger, mit den beiden traditionellen Parteien zu konkurrieren.
Musks potenzieller Einfluss
Mit einem geschätzten Vermögen von rund 360 Milliarden US-Dollar verfügt Musk sicherlich über genügend finanzielle Mittel, um die „Party of America“ aufzubauen. Er könnte einen gewissen Einfluss auf den Ausgang der Wahl ausüben, insbesondere angesichts des fragilen Kräfteverhältnisses im Repräsentantenhaus und im Senat. Eine neue Partei, wenn auch nur mäßig erfolgreich, könnte das Ergebnis in einigen Bereichen verändern.
Der Aufbau einer politischen Bewegung ist jedoch nicht einfach. Musk wird breite Unterstützung mobilisieren, seine Organisation in mehreren Bundesstaaten ausbauen und wettbewerbsfähige Kandidaten finden müssen. Noch wichtiger ist, dass die politischen Ziele, die Musk verfolgt, noch recht vage sind. Seine Betonung der „Reduzierung des nationalen Haushaltsdefizits“ ist zu abstrakt und schwierig, um die Massen zu motivieren.
Darüber hinaus sinkt auch die Glaubwürdigkeit von Musk. Laut einer Umfrage Anfang Juni 2025 stehen ihm 58 Prozent der Befragten nicht wohlwollend gegenüber, während nur 35 Prozent eine positive Einschätzung abgeben.
Trumps Reaktion
Der Präsident Trump reagierte harsch und bezeichnete Musks Plan als „lächerlich“ und „verloren“. Er betonte, dass das Zweiparteiensystem die Grundlage der politischen Stabilität sei und sagte, dass das Aufkommen einer dritten Partei nur „verwirrend“ sei.
Musk war ein Trump-Unterstützer, spendete mehr als 250 Millionen Dollar für seine Kampagne und diente sogar als informeller Berater der Trump-Regierung bei der Kürzung der Staatsausgaben.
Im Juni 2025 ist diese Beziehung jedoch ernsthaft zerrüttet. Musk hat Trumps Steuer- und Ausgabengesetz (das „Big Beautiful Bill“) öffentlich kritisiert und gesagt, es verstoße gegen die Prinzipien einer soliden Finanzierung, erhöhe die Staatsverschuldung und bedrohe die Interessen von Technologieunternehmen wie Tesla und SpaceX.